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Die Südrampe der MariazellerbahnDie Strecke selbst befindet sich an den obersten Hängen des Erlauftales und führt entlang des Naturpark Ötscher - Tormäuer, dabei nimmt die Trasse wieder eine ausgeprägte Lehnenführung an.
Beim bald darauf folgenden Kilometer 68,5 befand sich in den 20er-Jahren ein Kohlebergwerk mit Bahnanschluß, von dem aber heute so gut wie nichts mehr zu erkennen ist. Nach bogenreicher Linienführung folgt der Große Klausgrabentunnel (97 m), der Klausgrabenviadukt und sofort der Kleine Klausgrabentunnel (35 m) und der Reithmauertunnel (58 m), ehe das höchste Brückenbauwerk der Mariazellerbahn, der 116 m lange und 37 m hohe Saugrabenviadukt, übersetzt wird. Die Strecke ist hier im Gefälle so raffiniert angelegt, dass sie am Reithsattel genau in der richtigen Höhe ankommt, diesen eben überqueren und anschließend zum Lassingstausee bei Wienerbruck weiter abfallen kann.
Annaberg (km 71 - Seehöhe 805 m)
[ Karte ]
im Ortsteil Reith / Langseitenrotte, der Ort Annaberg liegt 7 km östlich.
Vom Reithsattel senkt sich die Strecke ins Tal der Großen Lassing und erreicht den an dieser Stelle sehr seichten Lassing-Stausee, aus dem unter anderem das Wasser für das Kraftwerk Wienerbruck / Stierwaschboden stammt. Dieser Mündungsbereich ist ein Paradies für Wasservögel, mit Glück können Sie hier Graureiher sehen. Über einen Damm mit Brücke führt dies Trasse entlang des Stausees zur Einmündung der Kleinen Lassing und erreicht die Haltestelle Wienerbruck-Josefsberg (km 73, Seehöhe 796 m) [ Karte ], ein bekannter Zugang zu den Ötschergräben und den Hinteren Tormäuer und ein alter Rastpunkt am Wallfahrerweg vor den Anstieg auf den Josefsberg, der Ort Josefsberg ist das höchstgelegene Dorf Niederösterreichs und liegt, hoch über der Bahn, in 1.026 m Seehöhe. Im nun folgenden sogenannten "Burger-Bogen" (benannt nach dem dort befindlichen Hotel Burger "Zum Lassingfall") übersetzt die Trasse die Kleine Lassing in einem 180°- Bogen und steigt oberhalb des südlichen Seeufers steil an, wobei sich in Fahrtrichtung rechts ein schöner Blick auf den Stausee bietet. Nach dem Umfahren des Stausees beginnt nun der dritte und imposanteste Abschnitt der Mariazellerbahn. Die Strecke verläuft nun in weitgehend unberührter Naturlandschaft, durch dichte Nadelwälder, hoch über wild zerklüfteten, unwegsamen Schluchten mit senkrechten Felswänden und überquert zahlreiche Seitenbäche, "Kienbäche" genannt, auf beachtlichen Stahlbrücken.
Ihren Namen haben die Zinken von mehreren hoch aus der tief eingeschnittenen Erlaufschlucht aufragenden Felszacken. Sie überragen das Tal der heute in diesem Abschnitt fast wasserlosen Erlauf, deren Wasser im Erlaufklause-Stausee gespeichert wird. Von dort wird es durch einen Druckstollen ebenfalls dem Kraftwerk Stierwaschboden als zweite Wasserquelle neben dem Lassingstausee zugeleitet. Bereits im Signalbereich der Station Erlaufklause erreicht die Bahn den obersten Rand der Erlaufschlucht. In diesem wohl schönsten Teil der Bahntrasse wechseln sich Tunnel, Schluchten und Brücken in so rascher Folge ab, dass man mit dem Schauen nicht nachkommt. Der nun folgende kurze Streckenabschnitt mit prachtvollem, wildromantischem Panorama ist der landschaftlich schönste und ungemein kühn trassierte Teil der gesamten Mariazellerbahn. Drei aufeinanderfolgende Felsformationen werden mit dem Kleinen Zinkentunnel (59 m), dem Großen Zinkentunnel (68 m) und dem Erlaufklausetunnel (108 m) durchbrochen. Zwischen den drei Tunnels müssen zwei in den Fels eingegrabene steile Rinnen mit gewölbten Steinbrücken übersetzt werden. Dabei bietet sich in Fahrtrichtung rechts immer wieder eine gute Aussicht auf die Zinken und in die Schlucht der Erlauf. Tipp für Fotografen: Beim ersten Blick auf die Zinken Motiv wählen und scharfstellen, nach dem Tunnel beim 2. Blick auf die Zinken dann auslösen. Unmittelbar nach dem Erlaufklausetunnel wurde der Bahnhof Erlaufklause (77 km, Seehöhe 814 m) [ Karte ] auf einer mit Tunnelausbruchsmaterial aufgeschütteten Terrasse angelegt. Vom Bahnhof Erlaufklause sieht man rechts den Erlaufklause - Stausee und im Hintergrund das nunmehr in seiner ganzen Breite erscheinende Massiv des Ötschers. Über die Staumauer führt der zweite bekannte Weg zu den Ötschergräben.
Die Trasse verläuft jetzt wieder durch eine deutlich lieblichere Hügellandschaft mit weiten Wiesenflächen und kurzen Waldabschnitten entlang des Erlauf-Stausees bis zur Einmündung der Erlauf und weiter nach Mitterbach (km 80, Seehöhe 800 m) [ Karte ], dabei wird die Landesgrenze zur Steiermark im Bereich der Brücke über die Bundesstraße überschritten. Der letzte Teil der Mariazellerbahn verläuft jetzt mit mäßiger Steigung entlang mooriger Wiesen der Wasserscheide zur Salza entgegen nach Mariazell, wobei links schon von weitem die Bürgeralpe (1.247 m) mit der Erzherzog-Johann-Aussichtswarte zu sehen ist. St. Sebastian
(km 85, Seehöhe 820 m)
[ Karte ]
Direkt vom Bahnhof führt eine normalspurige Museumstramway zum Erlaufsee. Bis 1988 führte die Strecke noch 7 km weiter nach Süden bis Gußwerk [ Karte ], das für seine 1642 gegründete Gießerei erstklassiger Kanonenrohre bekannt war. Die Gießerei erlebte zwar den Bahnbau nicht mehr, die Strecke wurde aber zur Nutzung der reichen Holzvorkommen auf Drängen des Landes Steiermark gebaut, das davon seine Subvention von 700.000 Kronen für den Bau der Mariazellerbahn abhängig gemacht hatte. Am Rand des Türkengraben beginnt der bogenreiche Abstieg ins Salzatal und führt entlang des Rasingberges zum Grünaubach und weiter nach Rasing / St. Sebastian, und Sigmundsberg, dabei bieten sich immer wieder schöne Blickpunkt auf die Basilika. |
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